Alltags-Geschichten
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Und da sagen die Menschen immer der Dreizehnte sei ein schlechter Tag
(13.01.2015)

Das finde ich nun gar nicht! Das Wetter ist prächtig an diesem 13. Januar, deshalb hat mich mein Herr heute Vormittag in den Garten gelassen, bevor er mit dem Auto weggefahren ist. Gegen Mittag ist ein Auto gekommen. Ich hab es gleich erkannt. Es ist die Frau gewesen, die mich manchmal zum Spazierengehen mit in den Wald nimmt. Sie hat gesagt, ich darf mit, da habe ich mich riesig gefreut. Die Frau hat einen Zettel vor unsere Haustür gelegt, damit mein Herr weiß, dass mich niemand geklaut hat und auch, dass ich nicht einfach ausgebüxt bin …

Ich bin schnell ins Auto gestiegen, dann ist das Auto losgefahren. Ruckzuck sind wir auf dem Waldparkplatz gewesen. Ich habe gleich aussteigen dürfen. Die Frau hat noch das Auto abgeschlossen und dann auf ihrer dicken Armbanduhr herumgedrückt und gesagt, wir müssen noch kurz warten, bis die GPS-Satelliten der Uhr unsere Position mitgeteilt haben. Diese Satelliten sind wohl so eine Art Riesenfliegen mit Motor, die um die Welt kreisen und dieser Uhr immer mitteilen, wo wir sind. Dann kann die Uhr ausrechnen, wie viel wir marschiert sind. Das heißt, wie viele Meter oder Kilometer die Frau gegangen ist. Ich laufe ja viel mehr als die Frau. Immer mal wieder vor und zurück und auch mal über eine Wiese oder 20 Meter in den Wald. Wenn die Frau also wissen will, wie viele Kilometer ich zurückgelegt habe, dann muss sie mir so ein Dings um den Hals hängen. Wenn sie mir das um den Fuß binden wollte, dann würde ich das garantiert verlieren. Wasserdicht wär’s ja … Keine Ahnung, was sie mit einer Stoppuhr im Wasser will. Die werden immer verrückter, die Menschen. Mir soll‘s recht sein, wenn die Frau diese Uhr sooft wie möglich benutzten will und für mich dann jedes Mal ein Spaziergang herausspringt. Dafür habe ich immer Zeit. Ganz im Gegensatz zu den Menschen, die meinen ja, dass sie immer Daheim zu tun haben und deshalb kaum an die frische Luft können. Denen ist nicht zu helfen …

Schön ist er gewesen, unser Spaziergang! Durch den Wald, dann über Wiesen, auf denen noch Schnee gelegen hat. Darin konnte ich mich wälzen. Ist viel besser als im Wasser baden, denn hund wird in Schnee nicht nass. Andere Wiesen sind grün gewesen. Die Frau hat gesagt, dass da schon wieder Gänseblümchen blühen. Manchmal sind uns Leute begegnet. Dann kamen uns welche mit einem Hund entgegen. Ich habe der Frau gleich von vornherein gesagt, dass ich nicht mit der großen Meute und mit deren Hund gehen will. Sie hat gesagt, ich soll nicht so laut bellen, denn das macht einen schlechten Eindruck. Diesmal hat sie aber gleich verstanden, was ich will und gesagt, wir beide gehen alleine weiter. Wir haben den anderen guten Tag gesagt und sind weitermarschiert. Dem Pferd müssen wir ausweichen, hat die Frau gesagt. Also sind wir beide 30 Meter in die Wiese. Sie hat keine Ahnung, ob so ein Pferd an Hunde gewöhnt ist, hat die Frau gesagt. Mir ist das egal, wenn sie sagt: auf die Wiese, dann gehen wir eben auf die Wiese.

Ich gehe immer ein Stück voraus und drehe mich dann um, damit mir die Frau sagt, ob alles in Ordnung ist und ich weitergehen kann, oder ob ich warten muss, bis sie kommt oder womöglich zu ihr zurücklaufen. Das klappt inzwischen so gut, dass sie sagt, die Leine nimmt sie nur pro forma mit, was immer das auch heißen soll.

Jedenfalls hat die Frau gesagt, sie ist heute 6 ½ km gegangen und das in 1 ¼ Stunden. Von mir sagt sie, ich bin zwischen acht und zehn km gelaufen, aber so genau weiß sie das eben nicht. Wie wir mit dem Auto bei mir zuhause angekommen sind, ist mein Herr wieder da gewesen. Das ist schön gewesen, denn allein daheim ist nicht der Hit!

Ich hoffe, die Frau kommt nächstens wieder, ihre Uhr ausprobieren.

Melli

Neujahrstag 2015

Blüten im Dezember
gepflückt am 7. Dezember 2014 im Bottwartal


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